Einmal setzte sich die Bäuerin zu uns, stellte frischgeschlagene Butter hin und erzählte vom Wetter, das den Aufstrich cremiger macht. Solche Momente lehren Demut und machen satt auf andere Weise. Frage nach Rezepten, notiere kleine Tricks, hinterlasse ein ehrliches Lob. So schmeckt sogar der nächste Kilometer mehr nach Zuhause als nach Entfernung.
Im Keller riecht es nach Hefen, Holz und Steinalt. Der Winzer ließ uns zwei Fassproben vergleichen: gleiche Lage, anderes Gefäß. Ein Schluck erzählte von Textur und Geduld, ein anderer von Würze und Klarheit. Stelle offene Fragen, nicht Prüfungsfragen. Hör zu, wenn Hände sprechen, und nimm dir Zeit, weil Charakter nie in Eile entsteht.
Genießen braucht keine Fremdwörter, nur Aufmerksamkeit. Beschreibe, was du wirklich wahrnimmst: Apfelkern, Waldboden, Zitruszeste, warmes Brot. Lache über irritierende Eindrücke, denn Neugier ist die beste Sensorik. Spucke, wenn du weitergehst, trinke Wasser, koste Brot. So bleibt der Kopf leicht, die Schritte sicher und das Gespräch mit Gastgebern entspannt, ehrlich, ungekünstelt.
All Rights Reserved.